Ruchstock Überschreitung

28.02.2021   (Paddy Richmond)

Tourenbericht Ruckstock – 28.02.2012

Wer in diesen Tagen mit den Bergfreunden eine Hochtour bestreiten darf ist per se privilegiert. Wenn es sich dann noch um einen Gipfel wie den Ruchstock handelt hat man definitiv gewonnen!
Zu fünft (Gigi unser Walliser Tourenleiter, Manuela, Susanne, Markus und Paddy) trafen wir uns um 07.00 bei der Talstation in Oberrickenbach. In weiser Voraussicht, dass wir sonntags früh kaum die einzigen Seilbahngäste sein würden, hatte unser Tourenleiter einen Slot auf diese Zeit reserviert. So überwanden wir die ersten 816 Höhenmeter in flottem Tempo und ohne grösseres Dazutun. Beim Durchstossen der Nebeldecke liessen wir unserer Freude freien Lauf. Der Wetterbericht, der für diesen Tag oben stahlblau ankündigte, sollte für einmal Recht haben. Der Auftieg zur Bannalper-Schonegg durfte heute als Einlaufstrecke herhalten. Dennoch montierten einige bereits zu Beginn die Harscheisen, war doch der Schnee frühmorgens noch beinhart und wenig „tourengängerfreundlich“. Südlich der Schonegg auf dem „wilden Böllen“ wurde bei einer kurzen Rast umgekleidet und der aufkommenden Unterzuckerung mit einem obligaten Kraftriegel oder vertrocknetem Restvogelfutter der letzten Tour entgegengehalten. Mit einer Ausnahme verzichteten alle darauf die Felle zu demontieren und fuhren mehr oder weniger stilsicher hinunter zu Punkt 2245. Für die nächsten zwei Stunden gab es lediglich eine Richtung: Bergan. In langen Kehren gewannen wir stetig bis unterhalb der ersten Schlüsselstelle „Ober Sulz“ an Höhe. Die nächsten 70 Höhenmeter, die über eine Felsrippe führten, galt es mit Pickel, Steigeisen und aufgeschnallten Skiern zu überwinden. Die Bedingungen waren optimal. Gigi’s Rekognosziertritte, gehauen vor drei Tagen, sowie die fixe Sicherungskette trugen das ihre dazu bei. Der anschliessende Gipfelsturm dauerte lediglich noch ¾ Stunden. So erreichen wir nach genau vier Stunden Aufstieg bei strahlendem Sonnenschein sowie bei Windstille und bester Rundsicht über die Nebeldecke unser Tagesziel auf 2'814 Metern über Meer: Den Ruchstock! In bester Gesellschaft mit etwa 20 anderen Tourengängern verköstigten wir uns, genossen die Sonne und staunten über den spektakulären Laucherenstock in greifbarer Nähe. Nun wurden für den Abstieg wieder die Eisen montiert. Gleich zu Beginn wartete die zweite Schlüsselstelle auf uns. Erst wurden über eine einfachere Felspassage einige Höhenmeter vernichtet um anschliessend eine steiles Schneefeld zu meistern. Gigi’s Abstiegscoaching wurde an dieser Stelle besonders geschätzt. Auf dem Sattel oberhalb des Schlittchuechenfirns rüsteten wir wieder um. Die meisten bewältigten die anschliessende Abfahrt westwärts bei guten Schneeverhältnissen stilsicher. Ein einzelner nutzte die lange Schneeflanke für eine Rutschpartie und erprobte den one and only Raini-Heublein-Special-Style. Letztlich fanden sich alle auf der Sonnenterrasse im Bergasthaus Urnerstaffel ein und genossen den wohlverdienten Apéro.
Danke Gigi für die spannende Tour, danke Petrus für das Prachtswetter und danke allen Beteiligten für die tolle Bergkameradschaft.


Fotos



  • zurück